Aquarelle - mal historisch betrachtet

Dieser Beitrag ist entstanden, weil mir eine sehr liebe Freundin und Malkollegin einige ihrer Aquarellstudien überlassen hat. Durch ein beiliegendes Notizblatt bin ich auf die Idee gekommen, mich mit den Aquarellen und Zeichnungen aus der frühen Zeit der Papierherstellung zu befassen.


In der Renaissance, die man ca. ab dem Jahr 1420 mit der Frührenaissance rechnet, sind viele bekannte Künstler tätig gewesen, hierzu gehören Albrecht Dürer (1471-1528) sowie Raffael (Santi 1483–1520), Michelangelo (1475-1564) und Leonardo da Vinci (1452-1519). Die Abbildung der Menschen hat sich verändert, man orientiert sich gerne auch an Figuren aus der Antike, an römischen und griechischen Gottheiten und malt genaue Körperproportionen und auch Akte, die bisher als unschicklich galten. Vor allem die Darstellung von weltlichen Themen etabliert sich neben den christlichen Themen.

- Aquarellbeispiel 1 -

Die Aquarellmalerei befasst sich u.a. mit Feder- und Pinselzeichnungen, bei der bevorzugt braune Farbe bzw. Sepia/Umbra verwendet wird, es wird mit 1-3 Farben auf blauem Ingress- Papier oder grauem Rives- Papier gearbeitet.

Nachdem bereits im 12. Jh. die Papierherstellung im europäischen Raum Einzug gehalten hatte, breiteten sich die Papiermühlen von Spanien über Italien nach Frankreich aus und gelangten schließlich nach Deutschland. Rives-Papier ist aus 100% Hadern mittels Rundsiebherstellung, die qualitativ hochwertigste und älteste Herstellungsart gefertigt.

Bei dem Künstler Albrecht Dürer ist bei Feder- und Pinselzeichnungen schon mehr Farbigkeit im Aquarell zu sehen.  - Aquarellbeispiel 2 -

Dagegen sind die Aquarellstudien von Georg Flegel (* 1566, † 23. März 1638) durch eine starke Farbigkeit gekennzeichnet und teilweise sehr kleinräumig gemalt.

Bei Claude Lorrain (Der Septimius Severus-Bogen in Rom im Wasser steckend mit dem Kapitol im Hintergrund) zeigen sich die Zeichnungen monochrom flächig mit starker Hell-/Dunkel- Bedeutung.

 

Ein nächster Künstler in der Romantik ist Johann Georg von Dillis, der eine große Anzahl von Zeichnungen und Skizzen hinterlassen hat. Dargestellt sind meist einfache Menschen, die im Vordergrund stehen und ungekünstelt mit Bleistift und starker Konturenzeichnung zu sehen sind. Es zeigt sich eher eine zurückhaltende Farbigkeit.

Zu den größten englischen Künstlern gehört Joseph Mallord William Turner (23.04.1775 – 19.12.1851). Er zählt zu den führenden Vertretern in der Romantik und fällt durch seine freie Farbigkeit auf, teilweise scheint sich alles aufzulösen in Verwendung von Deckweiß und Deckgelb, gerne auch auf blauem handgeschöpftem Papier. - Aquarellbeispiel 6 -

Myles Birket Foster (* 04.02.1825 – 27.03.1899) beschäftigte sich ab ca. 1860 mehr und mehr mit Aquarellmalerei und wurde durch seine Darstellungen des einfachen Lebens sowie der Kinderwelt bekannt. Den Malstil dieser Zeit bezeichnete man mit Old English Watercolor und man verwendete gerne die Farben mit neutralen Tönen, wie z.B. im Aquarell „The old water mill“.

Nun möchte ich gerne noch auf den Maler Adolph Menzel (1815-1905) verweisen, der z.B. bei der Bildnisstudie „Frau Justizrat von Maerker“ (1846) schwarze und weiße Kreide auf braunem Papier verwendet hatte. Hier zeigt sich die Malerei auf getöntem, manchmal auch einfachem Packpapier mit Deckweiß und anderen deckenden Farben.

 

H. Aubel - Sept. 2013

Quellen u.a.: Wikipedia; W. Rathgeber

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