(Eugène Henri) Paul Gauguin war ein französischer Maler, dessen postimpressionistische und in üppigen Farben gemalten Bilder, oft flach und zweidimensional gehalten, ebenfalls zur Grundlage der moderen Kunst beigetragen haben.

Gauguin wird am 7. Juni 1848 in Paris in einer liberalen Durchschnittsfamilie geboren. Als er drei Jahre alt ist, verliert der Vater seine Anstellung als Journalist und die Familie zieht zu Verwandten nach Peru. Der Vater stirbt kurz nach Ende der langen Reise. Später dient Gauguin einige Jahre auf der See für die Kriegsmarine, danach wird er ein erfolgreicher Börsenmakler in Paris, eine gutbürgerliche Existenz mit seiner Frau und seinen fünf Kindern. Im Jahr 1874, nachdem er den Künstler Camille Pissarro gesehen hat und dem Besuch der ersten Impressionisten-Ausstellung, wird er Sammler und Hobby-Maler.  In 1883 gibt er seine sichere Existenz auf und widmet sich der Malerei, so daß seine Frau und Kinder ohne ausreichende finanzielle Grundlage gezwungen sind, zur Familie zurückzukehren. Von 1886 bis 1891 lebt Gauguin vor allem in ländlichen Bretagne (außer für eine Reise nach Panama und Martinique zwischen 1887 und 1888). Unter dem Einfluss der Maler Emile Bernard wendet sich Gauguin vom Impressionismus ab und einem Stil zu, der unter dem Begriff „Synthetism“ bekannt wird. Er reist nach England und besucht andere Länder, bevor er wieder nach Paris zurückkehrt. Er findet seine Inspiration in der Kunst der Naturvölker, in der mittelalterlichen Glasmalerei und vor allem in japanischen Holzschnitten, auf die der niederländische Künstler Vincent van Gogh ihn aufmerksam macht, als sie gemeinsam im Jahr 1888 zwei Monate in Arles (im Süden Frankreichs) verbringen. Gauguin's neuer Stil ist geprägt durch die Verwendung von großen, flachen Bereichen, er experimentiert gerne mit Farben. Er bevorzugt es, eher mit hellen und klaren Farben zu arbeiten. Die Verwendung mit Farben in verschiedenen Farbkombinationen ist ihm wichtiger als sich z.B. mit dreidimensionalen Figuren und Objekten zu beschäftigen.


In 1891, verschuldet und ausgebrannt, segelte  Gauguin in die Südsee, um der europäischen Zivilisation zu entkommen und "allem, was künstlich und konventionell ist." Außer für einen Besuch in Frankreich von 1893 bis 1895 blieb er für den Rest seines Lebens in den Tropen, so zunächst in Tahiti und später auf den Marquesas-Inseln. Die wesentlichen Merkmale seines Stil veränderte er in der Südsee kaum, er behielt die Qualität von ausdrucksstarken Farben und von kräftigen flachen Formen bei. Unter dem Einfluss der tropischen Motive und polynesischen Kultur wurden die Gegenstände und die Kompositionen weiter vereinfacht und die Gegenstände selbst wurden größer.

Seine Themen reichten von Szenen aus dem Alltag, wie "Tahitian Women on the Beach" (1891- Musée de Orsay, Paris), Szenen aus dem religiösen Leben, wie z.B.  "Deadwatching" (1892- Albright-Knox Art Gallery) . Sein Meisterstück war die monumentale Allegorie "Where Do We Come From?"- Was sind wir? Wo sind wir? (1897, Museum of Fine Arts, Boston), die er kurz vor seinem gescheiterten Suizidversuch malte. Ein bescheidenes Stipendium eines Pariser Kunsthändlers half ihm bis zu seinem Tod am Atuana in Marquesas am 9. Mai 1903.

Gauguin's kühne Experimente in der Farbgebung führten direkt zur Kunst des 20. Jahrhundert. Sein starker Einfluss ist auch auf die Kunstbildung des norwegischen Künstlers Edvard Munch und die Schule späterer Expressionisten zu spüren.

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