Nun ja, es gibt einen Monet und einen Manet, das wissen sicherlich viele. Und viele wissen sogar, beide waren Impressionisten. Aber nicht nur das, sie hatten seit 1866 engeren Kontakt und malten zusammen.

Doch was ist bei Manet anders? Sind es die Motive, oder ist es die Malweise ansich??? Edouard Manet wird am 23. Januar 1932 in Paris geboren. Sein Vater ist Justiziar und später Hofrat, sein Großvater war Bürgermeister in Gennevilliers und hatte dort viel für das Gemeinwesen des Ortes getan. Manet ist also in eine gutbürgerliche Familie hineingeboren. Sein Onkel Edmond Fournier bestätigt ihn darin, seine Liebe zum Zeichnen zu erhalten, er geht mit ihm in den Louvre und lässt ihn im Zeichnen unterrichten. Dort jedoch widersetzt sich Manet desöfteren den gestellten Aufgaben und findet eigene Motive. Bereits mit 16 Jahren stellt er sich dem Vater entgegen und möchte Maler werden, dieser sieht jedoch eine Beamtenlaufbahn als bereits beschlossen. Da Manet auch das Meer liebt, entscheidet er sich für die Marine, und weil er in der Schule keine guten Leistungen bringt, hat er zunächst keinen Abschluß. Bei der Marine kann er seiner Leidenschaft nachgehen, er mal seine Kameraden und Vorgesetzte, er macht Station in Rio de Janeiro und gibt dort bereits Zeichenunterricht. Später kehrt er nach Paris zurück, kann seinen Abschluß immer noch nicht machen, so dass der Vater dann doch wiederwillig zustimmt, das Manet seiner eigentlich Berufung nachgehen kann.

 The Spanisch Singer (1860)

 ... Mit diesem Gemälde hat Manet seine erste öffentlich und kritische Aufmerksamkeit, als es im Salon 1861 gezeigt wurde. Obwohl das Bild für seine meisterhaften Passagen und realistischen Detail bewundert wurde, ist jedoch zu erkennen, dass es sich um eine Zusammensetzung verschiedener Puzzleteile aus unterschiedlichen Motiven handelt. So wird die Gitarre von einem Linkshänder gespielt, obwohl diese für einen Rechtshänder ausgelegt ist und auch die Spielposition ist so nicht nachzuvollziehen. Schon sehr früh versucht er, die damalige Malweise zu vereinfachen, er sieht das Licht mit einer starken Intensität, so daß er die Farbschattierungen in den Schatten wie im Licht nur mit den am stärksten wirkenden Farbtönen gestaltet. In Fortführung seiner ganz eigenen Art kann er beim Publikum keine Anerkennung finden, so daß er endgültig aufbegehrt, den üblichen Konventionen nicht mehr entsprechen mag und sich in der Malweise findet, direkte Hell-Dunkel-Kontraste zu schaffen, freilich mit einer, wie ich finde, großen Inspiration und Sicherheit in der Komposition. Diese Technik wird sich eigentlich während seines ganzen Schaffens nicht mehr wirklich ändern. 1862 stellt Manet im Pariser "Salon des Refusés", dem von den offiziellen Akademieausstellungen abgespaltenen "Salon der Zurückgewiesenen" das Bild "Das Bad" aus, welches später den Titel "Das Frühstück im Garten" erhält. Hierbei zeigt sich, wie unerhört sich Manet den Konventionen entzog. Das Bild zeigt eine Situation am Rande eines Gewässers, hier sitzen 2 Männer und eine Frau, eine andere Frau planscht im Hintergrund im Wasser. Während die Männer gutbürgerlich gekleidet sind, sitzt die Frau im Vordergrund nackt und scheint dabei völlig unbekümmert zu sein.

 Damit hat Manet einen Skandal ausgelöst, weil die Darstellung einer nackten Frau aus dem religiösen Thema oder als Muse herausgelöst war. Die Frau, die völlig frei ihre Nacktheit darstellt, war damals absolut provokativ, zumal man dann erfuhr, wer die Dargestellte war. Es muss daher nicht verwundern, daß das Bild von den Betrachtern entrüstet abgelehnt worden war. Als Manets Bild "Olympia" im Jahr 1865 im Salon angenommen wurde, gab es den nächsten Kunstskandal um ihm. Diesmal war es nicht die dargestellte Nackte selbst, die den Aufruhr verursachte, sondern einmal mehr die Malweise, mit der Manet das Thema behandelte. Manet war nicht die absolut naturgetreue Wiedergabe eines weiblichen Körpers wichtig, sondern er bevorzugte eine "flachere" Malweise, die vom Impressionismus geprägt war.

Ein weiteres sehr gutes Beispiel für die teilweise flächige Malweise zeigt das Bild "Angelina" (1865 Louvre- Paris).

Im Gesicht sind sehr starke Hell-Dunkel-Kontraste zu finden, auch auch die Hand im Vordergrund ist mit starken Kontrasten ausgeführt. Noch deutlicher wird diese Malweis auf dem Bild "Der Balkon" (1868 Louvre- Paris). hier leuchten die Frauengestalten sehr stark, dass man förmlich das Licht greifen kann.

Irgend jemand hat mal gesagt:

Manet schafft Figuren, die wie ausgestanzt wirken, er hebt sie in einer Schärfe heraus, die durch keinen Kompromiß gemildert ist.

Ich glaube, kein Satz könnte die Malweise von Edouard Manet besser beschreiben. Und Manet lächelte nur, wenn erneut ein Kritiker diese Weise nicht nachvollziehen konnte und als mangelhafte Modellierung beschrieb, was doch in Wirklichkeit nur der Verzicht auf Ausschmückung war und die Hinwendung zum Wesentlichen.

09.04.2008 Heidemarie Aubel

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